Musik Review – Maria Menas „Weapon In Mind“

Maria Mena – „Weapon In Mind“

Musiker: Maria Mena
Titel: Weapon In Mind
Label: Sony Music Entertainment Norway AS
Erscheiungsdatum: 20.09.2013
Genre: Pop
Anspieltipps: „Fuck You“, „I Always Liked That“, „The End“, „I Love YOu Too“

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Tracklist

1. Interesting
2. The Fight-Back-Song (Fuck You)
3. All The Love
4. I Always Liked That
5. Madness
6. I Love You Too
7. You Make Me Feel Good
8. Caught Off Guard, Floored By Love
9. You’re All Telling Stories
10. Lover Let Me In
11. I’m Only Human
12. You Hurt The Ones You Love
13. The End

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„There’s no point in fighting, our aim is the same.
A marriage where balance takes over the reins
A place where we both have individual minds
That melt into one clear thought once in a while.“
(aus dem Song „You Make Me Feel Good“)

Kritik:

Maria Mena ist sicherlich eine ungewöhnliche Künstlerin. Bisher habe ich all ihre Alben gekauft und im Großen und Ganzen auch gemocht. Ob sie nun eine der besten Sängerinnen ist, ist sicherlich streitbar. Ungewöhnlich, unverwechselbar, gefühlvoll, talentiert. Das ist sie sicherlich. Das neue Album konnte mich nicht auf Anhieb überzeugen. Nach der Leichtigkeit von Sara Bareilles, war es zunächst anstrengend die doch sehr Kopfstimmen-lastige Musik von Maria Mena zu hören. Teilweise fand ich den Chorus sogar nervig. Nichts zum Zwischendurchhören. Und schon gar nichts fürs Nebenbeihören beim Arbeiten. Da lenkt die Musik zu sehr ab. Gefällt mir dieses Album trotzdem wieder? Das werde ich denke ich erst am Schluss entscheiden :-). Kaum ein Lied auf dem Album ist jedenfalls nur anhand seiner Melodie schön, wichtig sind hier auch die Texte im Kontext mit der Musik. Dazu muss man wissen, dass sich Marias Eltern haben scheiden lassen, als sie gerade einmal 9 Jahre alt war. Sie hatte daraufhin Depressionen und Essstörungen. Wie schon auf ihren vergangenen Alben spielt auch hier die sehr komplizierte und gestörte Beziehung zu ihrer Mutter eine Rolle. Es geht um das „Ich“, das dieser Bruch in ihrer Biografie hinterlassen hat und wie er ihr heutiges „Ich“ und ihre Liebesbeziehung beeinflusst. Wieder steckt in den Liedern sehr viel Persönliches.

Wie immer möchte ich mit dem ersten Titel beginnen, auch wenn er mir nicht besodners gut gefällt: „Interesting“. Ist der Strophenteil melodisch noch schön, steige ich im Chorus aus. Der geht mir einfach nur auf die Nerven. Im Inhalt geht es darum, seinen Weg zu gehen und dabei auf seine Intuition zu hören. Ein ruhiges, zufriedenes Leben kann auch schön sein und glücklich machen. Das heißt nicht, dass man langweilig ist. Es muss nicht immer Leid geben, um das Leben schätzen zu können.

If I could say one thing and know that
The whole world was all ears
I’d say why you listening to me?
Follow your instincts
It’s easy once you’re honest with yourselves
You do not need any help

Gleich danach kommt ein Anspieltipp: „Fuck You“. Ja, ihr habt richtig gelesen. Sicher etwas unschöne Ausdrucksweise. Aber das ist ein Titel, den kann man mitsingen und mittanzen. Und gleichzeitig gibt es auch einen Grund für die etwas drastischen Worte von Maria Mena. Es geht dabei um die Presse und die Kritiker, die ihre Lieder häufig missverstehen. Sie äußern ihre Meinung aber nicht ihr direkt ins Gesicht, sondern hinterm Rücken, nehmen sich aber gar nicht die Zeit, sie verstehen zu wollen. Und für solche Menschen hat sie einfach nur zwei Worte übrig: „Fuck You“.

Slouched behind a keyboard
Your fingertips are nails
I’ve been faced to face you
My social skills surprisingly frail
Come a little closer, I didn’t catch your name
Insult me all you want to
But dare you do it to my face?

Obwohl auch das nächste Lied mir im Chorus wieder deutlich auf die Nerven geht, möchte ich es hier kurz vorstellen: „All The Love. Hier gehts mal wieder um ihre Mutter. Schon deren Mutter war herzlos zu ihrer Tochter und so war auch Marias Mutter. Doch dieses Verhalten ist nicht genetisch. Sie wird es mit ihren Kindern besser machen, das verspricht sie hier. Eigentlich ganz schöner Titel, wenn sie im Chorus nicht ganz so hoch singen würde. Das ist anstrengend, aber vielleicht ja ein Stilmittel.

You passed it down a generation
I’ve seen the years of pain I’m facing
So it has to end with me
I have to make a promise
A swear to all my future daughter

I will not abandon you
I will always tell the truth
Even if it’s killing me
Even if it hurts I’ll set it free

Mein Lieblingslied auf dem Album und die zweite Singleauskopplung ist „I Always Liked That“. Hier ist die Meldoie sehr eingängig. Ausnahmsweise tue ich mich hier mit einer Interpretation schwer und das Lied ist dennoch mein Lieblingslied auf dem Album. Wahrscheinlich weil es stimmig ist und irgendwie Kraft ausstrahlt. Trotz ihrer Biografie hat sie ihren Weg gefunden.

And I always liked that about me
That I know what I am fighting for
And for this I’d go to war
Weapon in mind is my mind’s skin
Swaddled around the only body part that should matter, my heart

 „I Love You Too“ und „You Make Feel Good“ sind Lieder über ihre Liebesbeziehung. Offensichtlich ist diese anfangs nicht einfach gewesen auf Grund ihrer Vergangenheit. Sie musste Lieben erst wieder lernen und das Vertrauen, es auch wert zu sein, geliebt zu werden.

Und schließlich das letzte Lied: „The End“. Wenn man den Text hört, könnte man meinen, dass hier eine Mutter Abschied von ihrem sterbenden Kind Abschied nimmt. Mir ist nichts bekannt, dass Maria Mena mal ein Kind verloren hat. Es ist sehr traurig. So ist die Melodie auch sehr melancholisch. Ein würdiger Abschluss  für dieses Album. Eindeutig eins der besseren Lieder.

Have you ever loved, have you ever feared
That your heart could burst from pain
If I was not there
You gave life to us, your father and I
Then took it away
Without telling us why

Und da ist das Album schon wieder zu Ende. Mehrmals vollständig durchgehört und richtig darauf eingelassen, bin ich wärmer mit dem Album geworden. Es ist eben nicht vergleichbar mit Sara Bareilles, vielleicht war ich deshalb so irritiert. Insgesamt ist es sicher nicht ihr bestes Album. Es wird mir sicher auch nicht in Erinnerung bleiben. Doch wie in jedem Album wird sie wieder sehr persönlich, lässt uns tief in ihre Seele blicken. Dazu teilweise eingängige Melodien machen dieses Album insgesamt durchaus hörenswert, aber nicht besonders.

Fazit:

Da habe ich schon Besseres von Maria Mena gehört. Insgesamt aber wieder unverwechselbar Maria Mena: persönlich, extravagant, gute Texte, aber teilweise anstrengende Melodie und Intonation. Hörenswert ohne etwas Besonderes zu sein.

6 von 10 Punkten

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