Buch Review – Marc Elsbergs „Blackout“

Marc Elsbergs „BLACKOUT – Morgen ist es zu spät“

Autor: Marc Elsberg
Titel: BLACKOUT – Morgen ist es zu spät
Seiten: 800
Erscheinungsdatum: 17.06.2013
Sprache: deutsch
ISBN: 9783442380299 (Taschenbuch)
Leseprobe: auf der Verlagsseite

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„Gern hätte er Europa jetzt aus der internationalen Weltraumstation ISS gesehen. Wo sonst die feinen Adern und leuchtenden Knoten des Lichtsystems bis ins All strahlten, musste über weiten Flächen Dunkelheit liegen.“

„Hunger, Durst und Kälte werden unsere zivile Fassade sehr bald bröckeln lassen.“

Klappentext:

Ist Fortschritt ein Rückschritt? – Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es bald nicht mehr. Der Countdown läuft …

An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, zu den Behörden durchzudringen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, werden dubiose E-Mails auf seinem Computer gefunden. Selbst unter Verdacht wird Manzano eins klar: Ihr Gegner ist ebenso raffiniert wie gnadenlos. Unterdessen liegt Europa im Dunkeln, und die Menschen stehen vor ihrer größten Herausforderung: Überleben.

(deutsche Ausgabe „BLACKOUT“ Blanvalet Verlag)

Cover:

Das Cover fiel mir damals bei Erscheinen gleich ins Auge, obwohl es eher schlicht gehalten ist. Rote Letter auf schwarzem Grund. Ein Ausschalter-Zeichen. Mehr braucht es auch nicht. Denn beim Stromausfall ist die Nacht schwarz. Das Rot zeigt uns die Gefahr und was gibt es bei dem Titel auch mehr zu sagen.

Kritik:

Das Thema klingt einfach sehr reizvoll. Strom ist immerhin wie das Blut unserer Gesellschaft. Fällt es aus, kommen alle Prozesse zum Erliegen. Deshalb ist dieses Thema als Thriller sehr reizvoll. Die Umsetzung durch Marc Elsberg empfand ich sehr gelungen. Der Einstieg war zugegebenermaßen etwas müßig. Es werden sehr viele Schauplätze und Personen nacheinander vorgestellt, so dass einem zunächst der Überblick fehlt. Doch nach dem ersten Tag ist man drin in der Geschichte und kann kaum erwarten, zu lesen, wie es weitergeht. Immer mehr spitzt sich die Lage zu. Ist man in den ersten Tagen noch gegenseitig hilfsbereit, wird man mit der Zeit immer mehr auf sich selbst bedacht. Immerhin geht es ums nackte Überleben. Beängstigender wir die Lage mit jedem Tag.  Es wird einem bewusst, was alles am Strom hängt. Das Handy? Kein Facebook :-)? Puh, wie unwichtig. Da geht es um Versorgung mit Wasser, Lebensmittel. Um das Leben in bitterer Kälte. Nicht zu vergessen, die hygienischen Bedingungen ohne Klospülung und Dusche. Man fragt sich, zu was wäre man selbst in einer solchen Situation fähig.

Viele kritisieren die vielen Fakten und technischen Details, die Herr Elsberg hat einfließen lassen. Ich fand das eher positiv. Es hat mir einen noch authentischeren Eindruck vermittelt. Man ist fast geneigt, selbst mit dem Horten von Lebensmitteln und Benzin anzufangen. Immerhin nehmen die Stromausfälle bei uns in Deutschland in den letzten Jahren auch auffällig zu. Doch der Spuk ist nach ein paar Stunden vorbei. Oft schon hab ich gedacht: Werden zukünftige Terroristen noch so zuschlagen wie am 11. September? Viel einfacher wäre doch das Zerstören der Infrastruktur. Und Strom ist so essentiell für unser WIrtschaft, unsere Gesellschaft. Es scheint sehr realitistisch, dass genau dies Opfer eines Terroranschlages wird.

Die Hauptfigur ist der Italiener Manzano, der als alter Hacker der Ursache auf der Spur ist. Dieser kommt sehr sympathisch rüber. Was ihm allerdings im Buch alles so zustößt und überlebt wird, ist dann wieder etwas an den Haaren herbei gezogen. Was positiv auffällt ist, dass Elsberg alle Figuren mit Hintergrundinformationen füttert, so dass einem irgendwie alle vertraut vorkommen.

Fazit:

Sehr spannend geschrieben mit liebevoller Charakterzeichnung. Das Thema eines europaweiten Blackouts scheint zunächst unrealistisch, in diesem Buch wird es aber ganz real.  So real, dass man beim Autofahren denkt: Sollte ich doch noch mal volltanken? Oder beim Einkaufen: ach diese Konserve mehr ist vielleicht besser. Und hab ich genug Trinkwasser und Bargeld?

9 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Buch Review – Marc Elsbergs „Blackout“

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