Buch Review – Vladimir Nabokovs „Lolita“

Vladimir Nabokovs „Lolita“

Autor: Vladimir Nabokov
Titel: Lolita
Seiten: 376
Erscheinungsdatum: 24.08.2010
Sprache: englisch
ASIN: B003WUYRB8 (Kindle eBook)

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„It was love at first sight, at last sight, at ever and ever sight.“

„Lolita, light of my life, fire of my loins. My sin, my soul. Lo-lee-ta: the tip of the tongue taking a trip of three steps down the palate to tap, at three, on the teeth. Lo. Lee. Ta. She was Lo, plain Lo, in the morning, standing four feet ten in one sock. She was Lola in slacks. She was Dolly at school. She was Dolores on the dotted line. But in my arms she was always Lolita. Did she have a precursor? She did, indeed she did. In point of fact, there might have been no Lolita at all had I not loved, one summer, an initial girl-child. In a princedom by the sea. Oh when? About as many years before Lolita was born as my age was that summer. You can always count on a murderer for a fancy prose style. Ladies and gentlemen of the jury, exhibit number one is what the seraphs, the misinformed, simple, noble-winged seraphs, envied. Look at this tangle of thorns.“

Klappentext:

Der vielumstrittene, längst zu Weltruhm gelangte und zweifach verfilmte Roman einer tragischen Pasion: Ein Vierzigjähriger verfällt dem grazilen Zauber einer kindlichen Nymphe und erfährt die Liebe als absolute Macht über Leben und Tod.

(deutsche Ausgabe „Lolita“ Rowolth Verlag)

Kritik:

Cover: Ganz ehrlich? Ich hab mir das Buch nach dem Cover ausgesucht. Es gab als Kindle-Version ja einige verschiedene Ausgaben dieses Buches, aber dieses hier hat mir am besten gefallen. Sinnlich blassrote Lippen, schlichter Schriftzug. Irgendwie ohne große Schnörkel, elegant. Das Cover gefällt mir außerordentlich gut.

Handlung: Das Buch ist geschrieben aus der Sicht von Humbert Humbert, der für seinen Prozess seine Memoiren verfasst. Wir werden hineingezogen in seine Gedankenwelt und seine teils ziemlich perversen Fantasien. All dies ist verpackt in einer außergewöhnlichen Sprache. Nüchtern und gleichzeitig auch leidenschaftlich erzählt er manchmal manisch, manchmal selbstironisch von seiner Vorliebe für kleine Mädchen, die er als Nymphets bezeichnet. Die Handlung macht immer wieder überraschende Wendungen, so dass man ganz im Bann des Buches steckt, und es nicht weglegen möchte.

Charaktere: Es gibt hier vor allem zwei Hauptcharaktere. Zum Einen ist da der pädophile Humbert. Durch die häufig sehr schöne Sprache und die Einblicke in seine Gedankenwelt, ist man mitunter geneigt, Humbert nicht nur zu hassen, sondern mitunter sogar zu mögen. Diese widersprüchlichen Gefühle der Hauptfigur gegenüber machen auch einen großen Reiz der Geschichte aus. Humbert ist kein einfacher Mensch. Auch ist er nicht nur Monster. Diese Vielschichtigkeit der Figur vermag Nabokov einmalig einzufangen. Im Laufe des Buches wird sein Kranksein immer offensichtlicher und heftiger. Teilweise vereinnahmt er seine Lolita so für sich und seinen Trieb, dass man gar nicht glauben kann, was man da liest.

Zum Anderen haben wir die Figur der Lolita. Das zwölfjährige Mädchen, das Humbert missbraucht und hofiert. Doch ist sie anfangs noch etwas unterwürfig, vielleicht sogar ein wenig neugierig und hilflos in der Situation gefangen, wird sie im Laufe des Buches immer stärker. Dennoch bleibt die Gefühlswelt der Lolita etwas verborgen. Schließlich sehen wir sie nur aus der Sicht von Humbert. Und dieser ist, wie soll man sagen, nicht gerade objektiv.

Sprache: Das ist nicht mein erstes englisches Buch aus der Erwachsenenliteratur, dennoch habe ich mich mit der Sprache anfangs schwer getan. Nabokov verwendet gern außergewöhnliche Vokabeln, was teilweise sicher auch der Zeit, in der „Lolita“ geschrieben wurde zuzuschreiben ist. Das kann den Lesefluss mitunter deutlich bremsen. Doch das stört nur, wenn man in der englischen Sprache nicht ganz so firm ist oder noch wenig Klassiker in Originalsprache gelesen hat. Was mich in meiner Buchversion gestört hat, sind die vielen französischen Ausdrücke, die unübersetzt und unkommentiert immer wieder mehrere Zeilen füllen. Ob die wichtig sind fürs Verständnis oder Lesevergnügen bleibt mir so verborgen. Aber auf jeden Fall finde ich es schade, wenn ich immer wieder ganze Passagen einfach überlesen muss.

Fazit:

Aufgrund der Sprache viel mir der Start in das Buch schwer. Das ist sicher eher was für Englisch-Fortgeschrittene. Doch wenn man sich da hineingefunden hat, erwartet einen ein Auf und Ab der Gefühle mit spannenden Einblicken in die Welt eines Pädophilen. Es ist eine Achterbahn der Gefühle, die einen manchmal an sich selbst zweifeln lässt. Denn wie kann man ein Monster sympathisch finden? Eine absolute Leseempfehlung.

7 von 10 Punkten

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