Buch Review John Katzenbachs „Der Professor“ – Enttäuschend

   John Katzenbach – „Der Professor“

Autor:  John Katzenbach
Titel: Der Professor
Seiten: 560
Erscheinungsdatum: 26.10.2010
Sprache: deutsch
ASIN: B004WPH3O0 (Kindle eBook)
Amazon-Link: Der Professor

 

 

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Klappentext:

Der pensionierte Psychologieprofessor Adrian Thomas bekommt von seinem Arzt eine niederschmetternde Diagnose: Demenz. Damit haben sich seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Vor seinem inneren Auge erscheint die Schreckensvision seines unaufhaltsamen, unheilbaren Abgleitens in die Dunkelheit. Verstört blickt der alte Mann auf die Straße hinaus und sieht in der anbrechenden Dämmerung ein vielleicht sechzehnjähriges Mädchen vorübereilen. Gleichzeitig rollt ein Lieferwagen heran, bremst ab und beschleunigt wieder: Das Mädchen ist verschwunden. Der alte Professor ist verwirrt. Hat er gerade eine Entführung beobachtet? Wenn es tatsächlich ein Verbrechen war, muss er handeln. Die Frage ist nur, wie. Kann er noch klar genug denken, um das Mädchen zu finden?

(aus der deutschen Ausgabe „Der Professor“ Knaur eBook)

Eigene Meinung:

Cover: Für einen Thriller passendes Cover. Alle Katzenbachs sind im gleichen Design gehalten: Schwarzer Untergrund. Auch dazu passt dieses Buch. Es geht um ein festgehaltenes Mädchen. Die Hände könnten aber auch Männerhände sein oder eher von einer älteren Frau, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Ich mag es nur, wenn das Cover etwas vom Inhalt wiederspiegelt.

Inhalt/Geschichte: Das Buch brauchte bis zur Hälfte, um auch nur etwas Spannung aufzubauen. Davor plätscherte alles so dahin. Dann kam Wolfe (schon mal als der Sexualstraftäter bezeichnet von Adrian :-)) ins Spiel und das Katz-und-Maus-Spiel konnte beginnen. Die Idee an sich war gut. An der Umsetzung haperte es dann aber. Vor allem die Charaktere blieben leider unsympathisch und flach. Auch der Stil mit den vielen Perspektivwechseln nutzt sich irgendwann ab und verdreht sich dann zum Gegenteil: Die Story kommt nicht mehr voran.

Charaktere: Das ist die große Schwäche des Buches. Adrian soll die Geschichte tragen, unser großer Held sein. Doch Adrian ist die ganze Zeit unsympathisch. Wahnhafte Vorstellungen und Halluzinationen sollen ihn wohl kauzig erscheinen lassen, haben mich aber zwischenzeitlich sehr genervt und wirkten auf mich erzwungen und unauthentisch.

Auch die Kommissarin Terri sollte als Mutter wohl eine Sympathieträgerin sein, da der Fall sich ja um ein verschwundenes Mädchen dreht. Doch da auch ihr Gedankenkarussell zwischenzeitlich mehr um ihre Karriere, als um den Fall kreist, fällt auch sie als Sympathieträgerin für mich aus.

Das Kriminellenpaar sowieso. Ihnen fehlt auch irgendwie die Genialität, die sie als Antihelden irgendwie anziehend macht.

Da bleibt dann einzig das Opfer, Jennifer, das einem schon irgendwie Leid tut und auch nicht unsympathisch ist. Doch dies wird durch ein allzu dick aufgetragenes Ende dann auch noch kaputt gemacht.

Stil/Gliederung: Mit jedem Kapitel, manchmal auch im Kapitel, wechselt die Erzählperspektive. Das macht die Geschichte am Anfang noch interessant, kann aber zum Schluss nicht mehr zur Spannung beitragen, sondern bremst die Geschichte dann eher aus.

Fazit:

Das Buch versagt vor allem durch wenig sympathische Figuren und einen zwischenzeitlich dahinplätschernden Plot, was wohl doch dem häufigen Perspektivwechsel zuzuschreiben ist. Insgesamt war es noch okay, aber nur ein mittelmäßiger Thriller, den man nicht gelesen haben muss.

Autor:

John Katzenbach

– geb. 23.06.1950 in Princeton, New Jersey, USA,
– war Gerichtsreporter für The Miami Herald und The Miami News
– verheiratet mit der Journalistik-Professorin und Pulitzer-Preisträgerin Madeleine Blais , zwei erwachsene Kinder
– lebt in Amherst, Massachusetts
– weitere Werke:
Das Auge

Die Anstalt
Das Opfer


6 von 10 Punkten

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