Buch Review S.J. Watsons „Before I Go To Sleep“ – eine gruselige Geschichte über Amnesie

S.J. Watsons „Before I Go To Sleep“

Autor: S.J. Watson
Titel: Before I Go To Sleep
Seiten: 495
Erscheinungsdatum: 14.06.2011
Sprache: englisch
ASIN: B004GUSG4M (Kindle eBook)
Amazon-Link: Before I Go To Sleep

 

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„These snatched moments. Kneeling in front of the closet or leaning on the bed. Writing. I am feverish. It floods out of me, almost without thought. Pages and pages. I am here again now, while Ben thinks I am resting. I cannot stop. I want to write down everything. I wonder if this is what it was like when I wrote my novel, this pouring onto the page. Or had that been slower, more considered? I wish I could remember.“

„How tempting it must be for him to keep quiet, and how difficult life must be for him, knowing that I carry these jagged shards of memory with me always, everywhere, like tiny bombs, and at any moment one might pierce the surface and force me to go through the pain as if for the first time, taking him with me.“

Klappentext:

Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit?

Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt – sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?

(deutsche Ausgabe „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“ Fischer Verlag)

Kritik:

Cover: Das Cover ist das vom Movie-Tie-In. Schwarz-Weiß mit den drei Hauptfiguren. Ich find es eher langweilig, wenn ich ehrlich bin. Es hätte mich zumindest nicht darauf aufmerksam gemacht. 

Eindrücke: Eine toller Pageturner. Ich konnte gar nicht genug bekommen von dem Buch, so zog es mich in seinen Bann. Kaum den Prolog gelesen, der mit einem einzigen Satz Neugierde auf die nächsten zweihundert Seiten geweckt hat. Dann Christines Journal, das einen in ihren Bann zieht. Ich fand die Vorstellung, meine Erinnerungen immer wieder zu verlieren und ganz auf die Information anderer angewiesen zu sein, irgendwie gruselig. Auch beim Lesen schauerte es mich manchmal. Mit der Auflösung der Geschichte hatte ich so nicht gerechnet. Zwar hatte ich zwischenzeitlich auch mal so eine Idee, doch habe ich sie schnell verworfen aus verschiedenen Gründen. Genau wie Christine hab ich mich täuschen lassen. Es war faszinierend zusammen mit Christine ihre Erinnerungen wieder zusammen zu basteln und mit ihr auf Ursachensuche zu gehen, Die letzten Hundert Seiten hab ich dann auch fast durchgelesen, weil ich einfach wissen musste, was los ist.

Charaktere: Christine ist die Hauptfigur, die durch ein Ereignis, an das sie sich nicht erinnern kann, jeden Tag aufs neue beginnt. Jeden Tag muss ihr jemand ihr Leben erklären, weil sie sich an die letzten Jahre einfach nicht erinnern kann. Dadurch ist sie sehr abhängig von den Informationen, die ihr ihre vertrauten Menschen geben. Doch kann sie denen trauen. Wem kann sie trauen? Die Fragen stellen sich mit zunehmender Zeit, vor allem nachdem sie mit ihrem Journal begonnen hat. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen.

Zum anderen sind da Dr. Nash und Ben, die beiden Männer in Christines Leben. Die zwei Menschen, die maßgeblich ihr Bild von sich und ihrem Leben prägen. Doch sagen sie ihr immer die Wahrheit? Ich hatte immer wieder Zweifel bei beiden, doch die Auflösung hat mich überrascht. Dr. Nash war mir immer sympathisch, zu ihm hätte ich auch Vertrauen. Engagiert, motiviert.

Stil/Gliederung: Die Kapitel waren teilweise äußerst lang, was ich ja nicht so mag. Aber die Idee mit dem Journal, das die Geschichte aus Christines Sicht erzählt, fand ich wiederum ziemlich gelungen. Auch die Sprache an sich war sehr bildlich ohne zu ausufernd zu sein. 

Fazit:

Ich fand das Buch nie langweilig. Theorien spukten durch meinen Kopf, was wohl dahinter stecken könnte. Die Charaktere waren authentisch und sympathisch. Die Handlung war für mich einigermaßen schlüssig, wenn sie auch ein paar Ungereimtheiten bei näherer Betrachtung nicht verleugnen kann. Dennoch eine absolute Leseempfehlung. Da der Film keine guten Kritiken bekommen hat, empfehle ich erst das Buch zu lesen, denn das hat zumindest mich total überzeugt.

Handlung: 8/10
Charaktere: 9/10
Schreibstil: 8/10
Spannung: 10/10

Gesamt: 9 von 10 Punkten

Autor:

S.J. Watson

– geb. 1971 in Stourbridge, Großbritannien
– studierte Physik an der University of Birmingham
– arbeitete einige Jahre für den staatlichen britischen Gesundheitsdienst
– weitere Werke:
Second Life (erwartet im Februar 2015)

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