Buch Review J.K. Johanssons „Lauras letzte Party“ (#1 Palokaski) – schwacher Auftakt zu einer Krimi-Trilogie

 J.K. Johanssons „Lauras letzte Party“

Autor:  J.K. Johansson
Titel: Lauras letzte Party
Reihe: Palokaski Teil 1 von 3
Seiten: 367
Erscheinungsdatum: 06.07.2015
Sprache: deutsch
ASIN: 9783518465905 (Taschenbuch)
Originaltitel: Laura (Finnland)
Amazon-Link: Lauras letzte Party

 

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Klappentext:

»Vermisst. Die 16-jährige Laura Anderson wurde zuletzt am 13.8. um 23 Uhr am Strand von Palokaski gesehen, wo sie mit Freunden eine Party feierte. Laura ist schlank, mittelgroß, hat blaue Augen und schwarz gefärbte Haare. Sie trug eine enge weiße Jeans und eine rosa Karobluse und Turnschuhe.«

Mia ging auf das weiße f auf blauem Grund. Keine Fotos. Keine neuen Kommentare oder Likes. Aber eine Nachricht. Und im selben Moment wusste sie, dass sie keine Sekunde mehr schlafen würde. Die Nachricht kam von Johanna und war kurz: Laura ist tot. »Mia Pohjavirta musste ihren Polizei-Job für Ermittlung in sozialen Netzwerken wegen ihrer Internet-Sucht an den Nagel hängen. Als Sonderpädagogin ist sie jetzt an ihre alte Schule und damit in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Es soll endlich Ruhe in ihr Leben einkehren. Aber am ersten Schultag nach den Ferien macht es schnell die Runde: die 16jährige Schülerin Laura Anderson ist verschwunden. Ihre Eltern richten in ihrer Verzweiflung auf der Suche nach ihrer Tochter eine Facebook Seite ein und lösen damit einen wahren Shitstorm aus. Von Satanskult, Drogen und Sadomaso-Spielen ist die Rede, jemand will Laura in Amsterdam gesichtet haben. Jeder hat seine eigene Theorie, wo Laura steckt, aber am meisten scheint Mias Bruder Niklas zu wissen, der als Psychologe an der Schule arbeitet. Der Sommer, der für Mia so strahlend und hoffnungsvoll begann, wird zum düsteren Albtraum.

(deutsche Ausgabe „Lauras letzte Party“ Suhrkamp Verlag)

Kritik:

Cover: Pastelltöne. Düster. Eine Küste. Eine Fischerhütte. Hier wurden Motive aus dem Buch aufgegriffen. Außerdem verkörpert es eine düstere Stimmung, die zu einem Thriller passt. Doch irgendwie nicht zu diesem. Denn hier haben wir einen Thriller, aber so düster, wie das Bild es andeutet, ist er nicht. Ein eher unscheinbares Cover, das mich im Laden nicht angesprochen hätte.

Eindrücke/Inhalt: Wir verfolgen Miia bei den Ermittlungen um Lauras Verschwinden. Die Aufklärung entwickelt sich dabei sehr langsam, die Auflösung hingegen kommt dann in wenigen Seiten dahingeschrieben. Im Nachhinein war die Geschichte um Nikke so konstruiert, das sie von Anfang an hätte durchschaut werden können. What the fuss? Fragt man sich. Denn am Ende ist man fast so schlau wie am Anfang. Noch immer weiß man nicht, was Laura wirklich zugestoßen ist.

Charaktere: Hauptfigur ist Miia. Sie ist zurück an ihre Schule gegangen als Sonderpädagogin, nachdem sie vorher für die Polizei als Internetermittlerin gearbeitet hat. Mir blieb die ganze Zeit unklar, warum sie diesen Schritt gegangen ist. Insgesamt bleibt mir Miia relativ distanziert. Ich konnte mich nicht mit ihr identifizieren. Sie scheint von Mann zu Mann zu hüpfen. Was ihre Bettgeschichten mit den Ermittlungen um Lauras Verschwinden zu tun haben, ist mir auch ein Rätsel. 

Dann ist da noch ihr Bruder Nikke, der schließlich zum Hauptverdächtigen wird. Dieser Handlungsstrang wirkte manchmal so konstruiert, dass man als Leser schon ahnte, wie er ausgeht oder dass dahinter auf jeden Fall mehr steckt.

Die Rolle von Antti wird in diesem Buch noch nicht geklärt, doch ich bin mir sicher auch er hat Dreck am Stecken.

Insgesamt sind die Figuren nicht gerade die Stärke des Buches.

Stil/Gliederung: Ich fand die Dialoge teilweise relativ plump. Ich kann nicht sagen, ob das an der Übersetzung liegt oder am Original. Mein Finnisch ist leider nicht so gut ;-). Das hat mich mitunter gestört. Außerdem entwickelt sich die Geschichte sehr langsam.

Fazit:

Nach der Leseprobe hatte ich mich mir mehr versprochen. Es war einfach zu langatmig manchmal. Die Entwicklung der Ermittlungen trat auf der Stelle. Die Geschichte war konstruiert und unglaubhaft, so dass man nach der letzten Seite irgendwie unzufrieden zurückbleibt. Nur weil ich jetzt wissen will, was wirklich geschah, werde ich die nächsten Teile noch lesen. Ingesamt bin ich aber enttäuscht.

Handlung: 7/10
Charaktere: 6/10
Schreibstil: 5/10
Spannung: 6/10

Gesamt: 6 von 10 Punkten

Autor:

J.K. Johansson

– ist eine Gruppe von Autoren und professionellen Drehbuchschreibern für Film und TV
– Schwerpunkt: Suspense, Kriminalroman und Thriller
– aus Finnland
– weitere Werke:
Noras zweites Gesicht
Venlas dunkles Geheimnis

Ich danke Suhrkamp ganz herzlich für dieses Rezensionsexemplar. limes

3 Gedanken zu „Buch Review J.K. Johanssons „Lauras letzte Party“ (#1 Palokaski) – schwacher Auftakt zu einer Krimi-Trilogie

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