Buch Review Paula Hawkins‘ „The Girl On The Train“ – Nichts ist wie es scheint

Paula Hawkins‘ „The Girl On The Train“

Autor: Paula Hawkins
Titel: The Girl On The Train
Seiten: 316
Erscheinungsdatum: 15.01.2015
Sprache: englisch
ISBN: 9780857522320 (Großes Taschenbuch Rezensionsexemplar)
Deutscher Titel: The Girl On The Train
Amazon-Link: The Girl On The Train

 

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„I can’t do this, I can’t just be a wife. I don’t understand how anyone does it—there is literally nothing to do but wait. Wait for a man to come home and love you. Either that or look around for something to distract you.“

„The holes in your life are permanent. You have to grow around them, like tree roots around concrete; you mould yourself through the gaps.“

Klappentext:

Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse …

(deutsche Ausgabe „Girl on the Train. Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich.“ Blanvalet Verlag)

Kritik:

Cover: Seltenes Vergnügen für mich. Eine echtes Buch. Haitisch fühlt es sich sehr angenehm an. Schön weich, aber sehr empfindlich. Das Motiv gefällt mir. Spricht mich optisch an. Der verwischte Schriftzug. Im Hintergrund der Zug, der zum Titel und Inhalt passt. Ansonsten einfach schwarz. Das Cover ist schon mal sehr gut.

Eindrücke/Inhalt: Durch einen Zufall macht Rachel auf ihrer Zugfahrt eine Entdeckung, die sie in das Leben, in die Realität von Jess und Jason (Scott und Megan) hineinzieht. Durch die Gliederung mit Morgen- und Abendzug und durch Rückblenden zu Megan schafft es Paula Hawkins uns in das Geschehen mithineinzuziehen. Sie lässt uns mitraten und den Schuldigen suchen. Dabei schafft sie manchmal echte Spannungsmomente, die sie leider schon nach wenigen Seiten im nichts auflösen lässt. Der Spannungsbogen könnte manchmal ruhig länger gespannt bleiben.  Ich hatte einige WTF-Momente, doch dann war kurz danach die Luft wieder raus. Das waren aber nur die Spannungsspitzen, Das Buch war insgesamt spannend geschrieben. Ich hab mich nie gelangweilt oder musste mich zum Lesen zwingen.

Charaktere: Hauptfigur ist Rachel. Sie ist eine gebrochene Figur. Nach erfolglosen Versuchen ein Kind zu bekommen, ist sie in den Alkohol abgerutscht. Dadurch hat sie alles verloren: Mann, Haus und schließlich auch ihren Job. Dennoch war sie mir nie unsympathisch. Im Gegenteil. In ihrer Niedergeschlagenheit konnte ich mich gut mit ihr identifizieren. Auch wenn ich mich manchmal geärgert habe, wenn sie wieder in alte Verhaltensmuster zurückfiel. Sicher war Cathy sehr gutmütig. Am Ende hätte jeder andere sie schon viel früher rausgeschmissen. Das heißt aber nicht, dass ich nicht wie Cathy mit ihr gefühlt habe. Im Inneren ist sie ein guter Mensch, der nur nach neuem Halt sucht.

Zudem haben wir Megan, zu der sich im Verlauf immer mehr Parallelen aufbauen. Auch sie ist unglücklich in ihrem Leben. Auch sie ist bei weitem nicht so selbstbewusst und glücklich, wie es von außen scheint.

Letztlich ist das mit allen Figuren so. Das ist vielleicht der einzige Kritikpunkt. Bis auf Cathy haben hier alle ihr Päckchen zu tragen. Irgendwie ist keiner fehlerfrei und keiner psychisch wirklich stabil und gesund. Ein wenig mehr Hoffnungsschimmer für das Glück im Leben, wäre schön gewesen. Doch letzten Endes ist es ein Thriller und der darf düster sein.

Stil/Gliederung: Der Schreibstil ist sehr angenehm. Mann kann sich die Szenen und Figuren gut vorstellen. Wir erfahren die Geschichte aus drei Perspektiven. Rachel, Anna und Megan teilen sich die Erzählung auf, wobei Rachel die Hauptfigur darstellt. Die Kapitel sind angenehm kurz.

Fazit:

Authentische, sympathische, wenn auch düstere Figuren. Spannende Geschichte. ein absolut gelungenes Debüt. Eine Charakterstudie, ein Blick hinter die Fassade „glücklicher“ Ehepaare. Nichts ist so wie es scheint. Paula Hawkins, Sie sind auf der Beobachtungsliste gelandet! Bin gespannt, was als nächste von ihr kommt.

Handlung: 8/10
Charaktere: 8/10
Schreibstil: 8/10
Spannung: 8/10

Gesamt: 8 von 10 Punkten

Autor:

Paula Hawkins

– wuchs in Simbabwe auf
– arbeite 15 Jahre als Journalistin
– „The Girl On The Train“ ist ihr Debutroman
– lebt in London
– weitere Werke:
bisher keine

Ich danke Randomhouse UK ganz herzlich für dieses Rezensionsexemplar.

 limes

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