Buch Review David Levithans „Every Day“ (#1 Every Day)- Jugendroman mit einigen Denkanstößen

  David Levithan – „Every Day“

Autor: David Levithan
Titel: Every Day
Reihe: Every Day Teil 1 von 2
Seiten: 338
Erscheinungsdatum: 28.08.2012
Sprache: englisch
ASIN: B007GZICQ6 (Kindle eBook)
deutscher Titel: Letzendlich sind wir dem Universum egal (Fischer Jugendbuch Verlag)
Amazon-Link: Every Day

 

 

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„In my experience, desire is desire, love is love. I have never fallen in love for a gender. I have fallen for individuals. I know this is hard for people to do, but I don’t understand why it’s so hard, when it’s so obvious.“

„Kindness connects to who you are, while niceness connects to how you want to be seen.“

Klappentext:

Die Geschichte einer ungewöhnlichen ersten großen Liebe – und ein phantastischer Roman, wie er realistischer nicht sein könnte

Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.

Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?

Wie wäre das, nur man selbst zu sein, ohne einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören, ohne sich an irgendetwas orientieren zu können? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist?

(aus der deutschen Ausgabe „Margos Spuren“ dtv)

 

Eigene Meinung:

Cover: Zwei fallende junge Menschen. A und Rhiannon. Vor allem für A trifft es ja zu, da er von Mensch zu Mensch geht und sich dabei manchmal allein fühlt ohne Zuhause. Also ein ganz treffendes Cover.

Inhalt/Geschichte: Dies ist mein erstes Buch von David Levithan. Die Geschichte klang vom Klappentext her sehr interessant. Doch als ich anfing zu lesen, war ich erst mal etwas verwirrt. Die Geschichte entwickelte sich zunächst nur langsam. Jeden Tag (jedes Kapitel) ein neuer Mensch und eine neue Geschichte. Und ich fragte mich: was soll das jetzt? Wo ist denn nun DIE Geschichte? Doch dann kam es langsam in die Gänge. Ich konnte mit A richtig mitfühlen und er tat mir echt Leid. Jeden Tag ein anderer Körper. Ich fand auch gut, wie verschiedene Probleme aufgegriffen wurden. Zum Einen kommt mehrmals die Geschlechterproblematik zum Tragen. A ist ja geschlechtslos. Er kann mal ein Mädchen, mal ein Junge sein. Deshalb interessiert es ihn auch bei der Liebe nicht, ob das Gegenüber Mann oder Frau ist. Ihn interessiert nur der Mensch. Und das erhofft er sich auch von anderen, da er ja äußerlich immer jemand anderer ist. Und zum anderen wird das Thema Homosexualtiät mehrmals aufgegriffen. Da Levithan selbst homosexuell ist, ist es also nicht verwunderlich, dass er in seinen Büchern immer zu mehr Akzeptanz und Toleranz aufruft.

Und außerdem die Frage nach  dem geklauten Leben. Was wäre, wenn, er länger in einem Menschen bleibt. Wäre das dem Menschen gegenüber fair? Beraubt er ihm nicht seines Lebens?

Charaktere: A ist ein besonderes Wesen. Sein Leben lang wacht er am Morgen in einem anderen Körper auf, nie im selben. Er kann sich an alles erinnern, was dieser Mensch erlebt hat, fühlt es aber nicht. Als er sich in Rhiannon verliebt, wünscht er sich erstmals seit langem wieder ein normales Leben. Dabei wird einem A immer sympathischer. Dadurch dass er die Welt durch immer wieder neue Augen sieht, unterschiedliche Reaktionen erfährt, scheint er reifer zu sein, als die meisten Jugendlichen seines Alters. Er ist umsichtiger und toleranter. Doch für Rhiannon macht er Ausnahmen, wird etwas nachlässiger. Auf dieser Gefühlsachterbahn werden immer wieder philosophische, moralische und emotionale Fragen aufgeworfen. Inwieweit darf er in das Leben der Menschen, die er einnimmt, eingreifen? Sind innere Werte nicht wichtiger als Äußerlichkeiten? Was ist Liebe?

Rhiannon ist der Gegenpol, A’s große Liebe. Für sie ist die Situation neu, doch sie scheint sich nach und nach darauf einzulassen, denn auch sie ist von A angetan.

Stil/Gliederung: Jedes Kapitel gibt einen Tag in As Leben wider. Die Kapitel haben eine angenehme Kürze/Länge. Sprachlich vermag er einen in seine Welt mitzureißen. Auch das Hörbuch ist wirklich gut gesprochen.

Fazit:

Dies ist mein erstes Buch von David Levithan. Am Anfang hab ich mich etwas gefragt, was das ganze soll. Die Idee war gut, aber irgendwie kam die eigentliche Geschichte nicht so voran. Doch nach 50 Seiten war ich richtig drin und fand es genial. Philosophische Fragen, erste Liebe, Gewissenkonflikte, Vorurteile. Alles wird zum Thema. Und gerade das sind ja Themen, die besonders junge Menschen bewegen. Ein klasse Buch mit einem offenen Ende für die Liebe. Also muss ich unbedingt das zweite Buch auch noch lesen.

Handlung: 7/10
Charaktere: 8/10
Schreibstil: 7/10
Spannung: 7/10

Gesamt: 7 von 10 Punkten

Autor:

David Levithan

– geb. 07.09.1972 in Short Hills, USA
– absolvierte 1994 mit B. A. die Brown University (Englisch, Politikwissenschaften)
– ist homosexuell
– lehrt an der New School University Graduate School of Creative Writing in New York
– weitere Werke:
Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht (mit Rachel Cohn)
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