Buch Review Fiona Bartons „The Widow“ – Interessant, spannend, mal was anderes…

Fiona Bartons „The Widow“

Autor: Fiona Barton
Titel: The Widow
Seiten: 321
Erscheinungsdatum: 14.01.2016
Sprache: englisch
ISBN: B013QONXRI (Kindle ebook)
Genre: Thriller
Amazon-Link: The Widow

 

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Klappentext:

We’ve all seen him: the man – the monster – staring from the front page of every newspaper, accused of a terrible crime.

But what about the woman who grips his arm on the courtroom stairs – the woman who stands by him?

Jean Taylor’s life was blissfully ordinary. Nice house, nice husband. Glen was all she’d ever wanted: her Prince Charming.

Until he became that man accused, that monster on the front page. Jean was married to a man everyone thought capable of unimaginable evil.

But now Glen is dead and she’s alone for the first time, free to tell her story on her own terms.

Jean Taylor is going to tell us what she knows.

(englische Ausgabe „The Widow“ Randomhouse)

Kritik:

Cover: Mal wieder ein düsterer Thriller in einem düsteren Gewand. Schwarze Farben, Trauerblumen. Das passt zum Titel und zum Inhalt. Mir gefällt es.

Eindrücke/Inhalt: Ich liebe Thriller. Als ich gesehen habe, dass es ein Jahr nach „The Girl On The Train“ wieder einen Debut-Thriller aus dem Hause Randomhouse gibt, musste ich zuschlagen. Schon die Leseprobe hatte mich gefangen. Es war spannend, kurzweilig und einfach süchtig machend. Also hab ich mir auch gleich noch das Hörbuch dazu geholt, damit ich wieder möglichst schnell voran komme und nicht ewig mit bis zum Bersten gespannten Nerven dasitze. Und ich wurde gut unterhalten. Nur im mittleren Drittel hatte das Buch einige Länge. Hier schien die Luft etwas rauszugehen. Man wollte noch mal nen Umweg gehen, bevor die Geschichte aufgeklärt wird. Das war aber zu offensichtlich, um spannend zu bleiben. Das Ende war für mich nicht so erwartet, aber dennoch irgendwie enttäuschend. Nicht wirklich schlecht, aber vorhersehbar, obwohl ich es nicht vorhergesehen habe? Weiß nicht, vielleicht anders erhofft, vielleicht? Dennoch ist das Jammern auf hohem Niveau. Die Autorin vermag es Spannung aufzubauen, Charaktere zu zeichnen und das alles in gut lesbare Sprache zu verpacken. Aber es geht eben noch besser. „The Girl On The Train“ zum Beispiel oder „Gone Girl“ konnten das alles noch besser.

Charaktere: Insgesamt haben die Figuren mir alle gefallen. Das liegt aber auch daran, dass alle Hauptfiguren selbst zu Wort kamen. Dadurch durfte man in ihre Gedankenwelt eintauchen und hat sie besser kennen gelernt. Und es gibt viele kaputte Figuren. Nicht nur Glenn der Ehemann hat seine Abgründe. Die ganze Zeit wird man das Gefühl nicht los, dass auch seine Frau nicht ganz „normal“ ist.

Hauptfigur ist Jean, die Witwe. Sie ist mysteriös. Nach dem Tod ihres Mannes muss sie sich erst wiederfinden. Sie ist ein sehr zerbrechliches Wesen, das jung geheiratet hat und sich dadurch ganz unter die Fuchtel ihres Ehemannes gebracht hat. An die neue Situation muss sie sich ist gewöhnen. Dabei bleibt sie über weite Teile des Buches mysteriös. Man vermutet bei ihr immer noch ein Geheimnis. Sie ist keineswegs schwach und dumm, scheint sich dessen aber nicht ganz bewusst zu sein. Eigentlich eine interessante Figur. Ihre Auflösung hat mir aber nicht so gut gefallen. Hatte mehr erwartet. 

Dann haben wir die Journalistin. Clever und gut in ihrem Job. Typische Reporterin, aber in der Lage sich emotional einzufühlen, aber nur so weit, wie es ihr Job erfordert. Zwiespältig.

Bob, der Ermittler, ist durchweg sympathisch. Ihm geht der Fall ans Herz. Ihn möchte man haben, wenn sein Kind verschwindet. Ein Fels in der Brandung. Ein Ermittler, durch und durch.

Und schließlich Glenn, der Ehemann. Zunächst scheint alles klar. Offensichtlich scheint er der Täter, der Bösewicht. Doch dann kommen doch Fragen auf: was geschah wirklich? Ist alles so wie es scheint?

Stil/Gliederung: Wir wechseln mehrmals die Erzählperspektive. Haupterzähler sind die Witwe, der Ermittler und die Journalistin. Aber auch die „Mutter“ und der Ehemann kommen zu Wort. Das hat mir gefallen. Häufig fehlen mir in anderen Büchern die Einsichten in die Figuren, denn vieles spielt sich ja nur im Kopf der Menschen ab. Außerdem kann so auch Spannung erzeugt werden, wenn in einem aufregenden Moment die Perspektive gewechselt wird. Auch sonst ist der Erzählstil einfach zu lesen, erklärend ohne ausschweifend zu sein.

Fazit:

Kaputte Figuren, ein spannender Kriminalfall. Ein Rezept für einen aufregenden Thriller? Auf jeden Fall. Dennoch hat das Buch kleinere Schwächen. Für Krimifans dennoch eine Empfehlung. Auch ich würde jederzeit einen weiteren Roman dieser Autorin lesen.

Handlung: 7/10
Charaktere: 7/10
Schreibstil: 7/10
Spannung: 6/10

Gesamt: 7 von 10 Punkten

Autor:

Fiona Barton

– geboren in Cambridge, England
– arbeite als Journalistin
– „The Widow“ ist ihr Debutroman
– lebt in Frankreich, ist verheiratet
– weitere Werke:
arbeitet an ihrem zweiten Buch

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