Buch Review Alice Sebolds „The Lovely Bones“ – Berührend, deprimierend, fesselnd

Alice Sebolds „The Lovely Bones“

Autor: Alice Sebold
Titel: The Lovely Bones
Seiten: 348
Erscheinungsdatum: 09.04.2008
Sprache: englisch
ASIN: B003D87PGS (Kindle eBook)
deutscher Titel: In meinem Himmel (Goldmann Verlag)
Amazon-Link: The Lovely Bones

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Murderers are not monsters, they’re men. And that’s the most frightening thing about them.

These were the lovely bones that had grown around my absence: the connections-sometimes tenuous, sometimes made at great cost, but often magnificent-that happened after I was gone. And I began to see things in a way that let me hold the world without me in it. The events that my death wrought were merely the bones of a body that would become whole at some unpredictable time in the future. The price of what I came to see as this miraculous body had been my life.

Klappentext:

Susie Salmon führt das ganz normale Leben eines Teenagers in einer amerikanischen Kleinstadt. Bis zu jenem Tag, als sie von einem Vergewaltiger getötet wird. Aber Susies Existenz ist damit nicht ausgelöscht. Von ihrem Himmel aus beobachtet sie ihre Freunde und Familie, die nach Wegen suchen, um den Verlust zu verarbeiten. Erst wenn die fragile Balance menschlicher Existenz wiederhergestellt ist, kann auch Susie ihren Seelenfrieden finden …

(deutsche Ausgabe „In meinem Himmel“ Goldmann Verlag)

Kritik:

Cover: Passend. Hellblauer Himmel. Ein Armband mit einem Anhänger. Passend zum Inhalt. Zurückhaltend und dennoch irgendwie schön.

Eindrücke/Inhalt: Kurz vorweg. Ich habe in den letzten Jahren mehrfache Anläufe für dieses Buch gebraucht. Dann kam der Film, der mich nicht ganz erreicht hat. Also hab ich es erst mal zur Seite gelegt. Doch das war ein Fehler. Ich hätte länger durchhalten sollen.

Mal ein Buch, wo sowohl Originaltitel und Übersetzung einfach passend sind. „In meinem Himmel“. Genau da sind wir, in Susies Himmel. Die Geschichte begleitet Susie in „ihrem“ Himmel. Deprimierend und gleichzeitig irgendwie spannend und auf seine eigene Weise auch schön. Es beginnt alles gleich mit dem Mord an Susie. Wir wissen sofort, wer es war. Nicht mysteriös. Nicht viel bleibt verborgen. Ab da an begleiten wir Susie in ihrem Himmel. Wir sehen ihre Familie und Freunde, und erfahren, wie Susies Tod sie beeinflusst. Dabei ist das Buch überwiegend deprimierend. Zu traurig hat es mich gemacht, wie es Susies Eltern „zerstört“ hat. Dabei ist die Geschichte so glaubhaft und realistisch bei allen „übernatürlichen“ Elementen (Susie als Geist, etc.), dass man einfach nur mitfühlen kann und deshalb einfach nur traurig gestimmt ist. Es gibt kein Entrinnen, keine Hoffnung, sie ist und bleibt tot. Und es ist einfach grausam, was ihr passiert ist.

Wir erleben aber auch so viel kleine Momente, die in all der Traurigkeit auch bittersüß sind. Selbst Ruth und Ray in ihrer seltsamen Beziehung geben irgendwie Hoffnung. Irgendwie muss es ja weiter gehen. Sicher ist das Ende etwas Geschmackssache. Doch irgendwo ist es auch befriedigend und jeder kann seine eigenen Schlüsse ziehen.

Charaktere: Man merkt, dass die Autorin jede ihrer Figuren liebt. Somit kann man sich auch mit fast allen identifizieren, so verschieden und teilweise auch böse sie sind. Susie ist 14 Jahre. Ein besonderes, in mancher Hinsicht noch sehr naives, in anderer Hinsicht schon sehr erwachsenes Mädchen. Manche kritisieren, die doch manchmal sehr erwachsenen Kommentare, die Susie aus ihrem Himmel heraus macht. Mir ist das so eigentlich nicht aufgefallen. Für mich war sie eh eher „alterslos“. Sie war ein Teenager, ein Opfer. Und das war der Hauptteil der Geschichte. Ich mochte Susie und ihre Erzählweise.

Aber auch alle anderen Figuren bekommen genügend Raum. Ein besonderer Platz in meinem Herzen gehört Susies Papa. Genau so stelle ich mir die Reaktion eines Vaters vor. Er ist verletzt, wütend auf die Welt und macht sich eigenhändig auf die Suche nach dem Mörder. Meine liebste Figur in dem Buch, denn mit ihm kann ich mich selbst am besten idendifizieren. Aber auch die Großmutter ist einfach herrlich. Sie bringt etwas Leichtmut und Humor in die ansonsten doch sehr düster Geschichte.

Stil/Gliederung: Man merkt, dass dieses Buch aus dem Herzen geschrieben ist. Emotional, fantasiereich, wortreich. Sprachlich angenehm zu lesen.

Fazit:

Ein wirklich gelungener Roman, der es zurecht auf die Bestsellerlisten geschafft hatte. Doch sich nicht für jeden, denn auch sehr deprimierend. Ich habe schon eine Weile gebraucht, denn obwohl die Geschichte fantastisch geschrieben ist, hat sie mich häufig doch sehr traurig gemacht. Ich bin aber froh, sie endlich zu Ende gelesen zu haben. Es ist auf jeden Fall eine Empfehlung an alle Leser, die auch gerne mal eine Geschichte nah an ihr Herz ranlassen und leidensfähig sind.

Handlung: 8/10
Charaktere: 8/10
Schreibstil: 8/10
Spannung: 8/10

Gesamt: 8 von 10 Punkten

Autor:

Alice Sebold

– geb. 06.09.1963 in Madison, Wisconsin, ISA
– schloss 1980 die Great Valley High School in Malvern Pennsylvania ab
– ging an die Syracuse University
– 1995 ihren Abschluss an der Universität von Kalifornien, Irvine (UCI)
– wurde als 18jährige brutal vergewaltigt
– jobbte als Kellnerin
– konsumierte über 2 Jahre Heroin
– verheiratet
– lebt in San Francisco
– weitere Werke:
Glück gehabt
Das Gesicht des Mondes

Ein Gedanke zu „Buch Review Alice Sebolds „The Lovely Bones“ – Berührend, deprimierend, fesselnd

  1. Ich habe bis jetzt nur den Film gesehen, dieser hat mich damals sehr zum Weinen gebracht. Ich finde auch die Stimmung im ganzen Film sehr bedrückend, deswegen schrecke ich noch vom Buch weg. Doch nach deiner Rezension, habe ich Lust dem Buch nun eine neue Chance zu geben!

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